Arbeitsplattform BIO.NRW.red

BIO.NRW.red ist neben der industriellen Biotechnologie der zweite thematische Schwerpunkt von BIO.NRW.

 

BIO.NRW etabliert mit der Arbeitsplattform BIO.NRW.red dauerhaft ein Netzwerk aus Experten
verschiedenster Querschnittsbereiche der roten Biotechnologie, wie Medizin, Gesundheit und pharmazeutischer Industrie in Nordrhein-Westfalen. Ein wesentliches Element zur Netzwerkbildung ist die langfristig angelegte, thematisch wechselnde Kommunikations- und Arbeitsplattform zwischen Unternehmen, Forschungseinrichtungen und weiteren relevanten Akteuren der roten Biotechnologie.

Das Format der regelmäßig stattfindenden Arbeitsplattform BIO.NRW.red bietet eine intensive Kontakt- und Kooperationsmöglichkeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft und dient als Kristallisationskeim für die Teilnehmer, um im gegenseitigen Austausch die vielfältigen Expertisen in NRW kennenzulernen und im Nachgang auch individuell zu nutzen.

Erste thematische Schwerpunkte, die im Rahmen der
Arbeitsplattform BIO.NRW.red bearbeitet wurden oder noch bearbeitet werden:

• Zellkulturprozess- und Wirkstoffentwicklung

• Biopharmazeutische Prozessentwicklung und Optimierung

• Therapeutische Ansätze in der Onkologie

• Entwicklung von Diagnostika im Bereich der Onkologie

• Biomarkerentwicklung im Bereich Therapie und Diagnostik

• Therapeutikaentwicklung mit Schwerpunkt Antiinfektiva

• Geweberegeneration z. B. im Bereich Haut

• Neurodegenerative Erkrankungen: Neue Ansätze in Diagnostik und Therapie

• Und weitere…

Eine Übersicht über bisherige Arbeitsplattformen BIO.NRW.red und die Kooperationspartner finden Sie hier

Rückblick 7. Arbeitsplattform BIO.NRW.red

7. Arbeitsplattform BIO.NRW.red mit dem Thema  "Zellbiologisches Technikum und Biologika - Planung, Herstellung und Einsatz von Antikörpern" war am 06.12.2012 zu Gast bei der Bayer Pharma AG in Wuppertal

 

Vor ca. einem Jahr berichtete Dr. Karl-Heinz Schneider von der biotechnologischen Entwicklungs-abteilung der Bayer Pharma AG von der strategischen Entscheidung des Weltkonzerns, in Wuppertal ein neues, zellbiologisches Technikum zu bauen. Die Anlage zur Fermentation tierischer Zellen, die ein Investment von 35 Mio. am Standort Elberfeld mit sich bringt, soll zur Herstellung biologischer Wirkstoffe für die klinischen Studien der Phase II und III genutzt werden. Es geht hierbei in erster Linie um die Fermentation und Proteinaufreinigung von humanen Antikörpern. Diese auch für das Land NRW wichtige Investitionsentscheidung war einer der Gründe für BIO.NRW die Entwicklung des Neubaus mitzuverfolgen. Die Fertigstellung des Gebäudes und die einmalige Gelegenheit zur Besichtung der Anlage vor ihrer GMP-zertifizierten Inbetriebnahme war der Anlass, die 7. Arbeitsplattform im thematischen Schwerpunkt BIO.NRW.red in Wuppertal auszurichten.

Zu dem Thema "Zellbiologisches Technikum und Biologika - Planung, Herstellung und Einsatz von Antikörpern" wurde ein Veranstaltungsprogramm mit zwei Schwerpunkten, der Herstellung von biologischen Wirkstoffen und die Antikörper als Meister der Molekularen Erkennung konzipiert. Darüber hinaus hatten alle Interessierten die Möglichkeit, an einer geführten Besichtigung des am 15.11.2012 offiziell eröffneten Zellbiologischen Technikums teilzunehmen.7. Arbeitsplattform BIO.NRW.red

Als zusätzliche Besonderheit dieses Plattformtreffens hatte BIO.NRW die Anregung eines Referenten aufgenommen und erstmals ein sogenanntes "Speed Dating" organisiert. Trotz anfänglicher Skepsis wurde die aus Sicht von BIO.NRW große Chance, den Austausch zwischen allen Teilnehmer (Referenten und Auditorium) zu katalysieren und zu intensivieren ausgiebig genutzt. Die Rückmeldungen zu diesem Programmpunkt waren zum größten Teil sehr positiv, sodass die Entscheidung, „Speed dating“ als festes Werkzeug der Netzwerkbildung einzusetzen, gefallen ist. Im ersten Programmteil zur Herstellung von biologischen Wirkstoffen des BIO.NRW.red Plattformtreffens am 06. Dezember 2013 in Wuppertal stellte Frau Dr. Kardinahl das Arbeitsgebiet der Bayer HealthCare (BHC) innerhalb der Bayer AG vor. Mit gut 55.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von ca. 17,2 Mrd. Euro im Jahr 2011 ist BHC weltweit führend im den Bereichen Spezial-Pharmazeutika und Consumer Health. Allein 2 Mrd. Euro wurden 2011 in F&E Aktivitäten investiert und das zellbiologische Technikum in Wuppertal zur Produktion therapeutischer Proteine steht stellvertretend dafür. Unser Gastgeber Dr. Karl-Heinz Schneider gab einen allgemeinen Überblick über die Biologica-Strategie von Bayer HealthCare. Er markierte wichtige und interessante Akquisitionen respektive Investitionen und ging detailliert auf das Anlagenkonzept des zellbiologischen Technikums ein. Die Fermentation der tierischen Zellen im Volumen von 20 Liter bis 2.500 Liter ist durch separierte Reinraumbereiche komplett von der Proteinfeinreinigung des Produktes getrennt. Die erste Inbetriebnahme ist für Juli 2013 terminiert.

Dr. Christian van den Bos von der Lonza Cologne GmbH berichtete über die Entwicklung und Produktion von Stammzellen, die als aktive Wirkstoffe in Pharmazeutika Anwendung finden könnten. Mesenchymale Stammzellen und ihre besonderen Eigenschaften als eine Option. Die Optimierung des Zellproduktionsprozesses mit gesteigerter Produktausbeute sichert den Bedarf für die therapeutische Anwendung.

Prof. Thomas Noll, Universität Bielefeld und Jörg Kauling, Bayer Technology Services berichteten über den Fortschritt und aktuellen Stand von ProCell, der im Landeswettbewerb Bio.NRW geförderten innovativen Plattformtechnologien für die integrierte Prozessentwicklung mit Zellkulturen. Als Ziel des Projektes formulierte Prof. Noll die Neu- und Weiterentwicklung von Methoden der funktionellen Genomforschung unter Berücksichtigung der spezifischen Anforderung tierischer Produktionszellen und ihre Anwendung zur integrierten Zelllinien- und Prozessentwicklung. Herr Kauling von Bayer Technology Services zeichnet im Konsortium verantwortlich für die Bereitstellung eines optimierten Bioreaktors entsprechend den Anforderungen einer Zellkultur-Plattformtechnologie. Er skizzierte die technologischen Entwicklungsschritte und Zwischenziele der Hardwareentwicklung mit integrierter, online In Prozess-Kontrollanalytik.

Für den inhaltlichen Plattformschwerpunkt der Antikörper als Meister der molekularen Erkennung ging Herr Martin Blüggel auf Thematik von Original und Biosimilar bei monoklonalen Antikörpern ein. Kern seines Vortrags war die analytische Charakterisierung beider Produkte im Kontext der europäischen Zulassungsrichtlinien der EMA.

7. Arbeitsplattform BIO.NRW.redHerr Dr. Andre Pötgens von dem noch recht jungen Unternehmen syntab therapeutics GmbH stellte einen neuen Ansatz zur Gewinnung synthetischer Antiköper vor. Diese chemisch hergestellten Ak stellen wesentlich leichter und schneller zu generierende synthetische Analoga von monoklonalen Antikörpern dar. Erste funktionelle Tests geben Hinweise auf vergleichbare Funktionalität.

Die Ayoxxa Biosystems GmbH, ein im Dezember 2011 in Deutschland gegründetes, kleines Biotechnologieunternehmen und ihre neue IEBA-Technologie wurde durch ihren CEO Dr. Andreas Schmidt vertreten. IEBA ist eine Technologieplattform zur multiplexen Proteinanalyse, in ganz kleinen Volumina, mit Hilfe von Antikörpern. Diese Chiptechnologie bedient sicher Antikörperbeladener Beads in Microwells auf der Trägeroberfläche, die mit zu analysierenden Proben versetzt werden. Das entscheidende Know how dieser Technologie ist zum einen das spezifische Aufbringen der Ak-beladenen Beats auf die Chip-Oberfläche und die Auswertung der über Fluoreszenz sichtbaren Reaktionsergebnisse. Eine spezielle Auswertungssoftware sichert das Prozessergebniss für jeden Marker auf dem Chip und setzt die Daten als Multiplexanalyse jeder einzelnen Probe zusammen.

Das 7. Plattformtreffen stellte erstmals einen Programm-Mix aus Vortragsblöcken, Speed dating und Führung dar. Dieses neue und abwechselungsreiche Format wurde von den Teilnehmern sehr begrüßt, sodass BIO.NRW dies in kommenden Veranstaltungen auf alle Fälle berücksichtigt.

Die nächste Arbeitsplattform BIO.NRW.red findet am 14.03.2013 statt.

8. Arbeitsplattform BIO.NRW.red  "Neue Ansatzpunkte für antivirale Interventionsstrategien"  
Donnerstag, 14.03.201313:00 bis ca. 18:00 Uhr, Schloss Mickeln, Alt Himmelgeist 25, 40589 Düsseldorf


In Kooperation mit Frau Dr. Breun und Herrn Dr. Baumann vom Fraunhofer Stiftungsprojekt "Biological Operating Systems" (B-OS) - Infektionskrankheiten - am Fraunhofer IME in Aachen organisiert BIO.NRW im Rahmen des thematischen Schwerpunktes BIO.NRW.red das 8. Plattformtreffen. Mit dem Thema "Neue Ansatzpunkte für antivirale Interventionsstrategien" heißen wir alle Interessierten am 14.03.2013 ab ca. 13:00 Uhr im Schloss Mickeln, in 40589 Düsseldorf, Alt Himmelgeist 25 herzlich willkommen.
Die Schwerpunkte dieser Veranstaltung sind Entwicklung neuartiger Therapieformen für virale Infektionskrankheiten, Von der Virusdetektion und Virusdiagnostik zur antiviralen Therapie und Pathogenese und Prävention viraler Infektionen. Für den letzten Schwerpunkt liegt der Fokus insbesondere auf der Interaktion von Immunsystem und Virus.
BIO.NRW und die Gastgeber vor Ort Frau Dr. Breun und Herr Dr. Baumann werden unter anderem durch folgende Referenten unterstützt:
Dr. Gabriele Pradel, RWTH Aachen, Institut für Molekulare Biotechnologie
Dr. Anke Homann, Qiagen GmbH
Dr. Daniela Paulsen, AiCuris GmbH & Co. KG
Prof. Jörg Timm, Institut für Virologie, Universitätsklinikum Essen
Dr. Adalbert Krawczyk, Institut für Virologie, Universitätsklinikum Essen
Prof. Wolfgang Kastenmüller, Institut für Molekulare Medizin und Experimentelle Immunologie (IMMEI), Universitätsklinikum Bonn

Das Programm zum Download finden Sie hier.

BIO.NRW lädt Sie und alle Interessierten recht herzlich zur 8. Arbeitsplattform ein:

               Ort:                 Schloss Mickeln
                                       Alt Himmelgeist 25
                                       40589 Düsseldorf 

               Datum:            Donnerstag, 14. März 2013
               Zeit:
                13:00 - 18:00 Uhr; ab ca. 12:30 Uhr Kaffee und kleiner Imbiss

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und bitten um Anmeldung bei Frau Dr. Martina Weßling, m.wessling@bio.nrw.de oder 0211-385 469 9205 bis zum 08.03.2013.

Eine Anfahrtsbeschreibung zu Schloss Mickeln finden Sie hier.

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