Cluster

Warum ein Cluster
Biotechnologie in NRW?

Nordrhein-Westfalen liegt mitten in Europa und ist das bevölkerungsreichste und am dichtesten besiedelte der 16 Bundesländer Deutschlands. Der wichtigste Ballungsraum ist das Rhein-Ruhrgebiet mit 9,9 Millionen Einwohnern.

Die Clusterpolitik der Landesregierung Nordrhein-Westfalen fördert die Kooperation von Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Öffentlicher Hand entlang von Wertschöpfungsketten in den wichtigsten Branchen- und Technologiefeldern.

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Wirtschaft

48,6% des gesamtdeutschen Umsatzes der Biotechnologiebranche werden hier von 109 Kern-Biotechnologie Unternehmen mit über 4.400 Mitarbeitern erwirt-schaftet. Dazu kommen aus NRW europaweit die meisten biotechno-logischen Patentanmeldungen.

Innovation

Mehr als 500 Life Science-Unternehmen, davon 109 Firmen mit ausgewiesenem Schwerpunkt in Biotechnologie, kennzeichnen das Land als führendes Innovationszentrum in Europa.

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Wissenschaft

NRW verfügt über die höchste Dichte an Wissenschafts- und Spitzenforschungs-einrichtungen in Deutschland. Die Wissenschaftslandschaft im Bereich
Biotechnologie bildet in NRW 59 Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen.

Technologie

In NRW gibt es über 60 Technologie- und Gründerzentren – aktuell sind in 26 von ihnen insgesamt 155 Biotech- und Life-Science-Unternehmen angesiedelt. Diese Technologiezentren dienen vor allem auch der Vernetzung zu Hochschulen, Unternehmen und Investoren als Inkubatoren für Startup-Unternehmen.

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BIO.NRW stärkt die
Biotechnologie in NRW

Das Landescluster BIO.NRW katalysiert zentral die nachhaltige Entwicklung der Stärken der nordrhein-westfälischen Biotechnologie. Die zentralen Aspekte von BIO.NRW sind hierbei:

Effektives Netzwerk
für Unternehmer und
Wissenschaftler

Zentrale
Veranstaltungs-
plattform für Life
Science Themen

Nachwuchs-
förderung

Unterstützung von
Start-Ups und KMU

Das Cluster BIO.NRW wird vom Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIDE) getragen.

Industrielle Biotech

Die Verwendung von biotechnologischen Methoden im Rahmen von industriellen Produktionsverfahren wird häufig als industrielle oder „weiße“ Biotechnologie zusammengefasst. Mikroorganismen und biochemische Methoden werden hierbei zielgerichtet innerhalb von technischen Anwendungen eingesetzt, um so einen Zwischenschritt zu katalysieren oder auch um das finale Produkt zu Synthetisieren. Dementsprechend findet die Biotechnologie häufig als „Querschnittstechnologie“ Gebrauch, bekannte Bereiche sind u. a. die Pharmazeutische-, Chemische-, Stahl-, Kosmetik-, Nahrungs- und Futtermittelindustrie. Die industrielle Biotechnologie liefert dabei Prozesse, die im Vergleich zur klassischen Verfahrenstechnik deutlich energieeffizienter sind und umweltfreundlicher ablaufen. In den letzten Jahren wurden viele methodische Fortschritte in diesem Bereich erzielt, so zum Beispiel bei der Biokonversion durch Biokatalysatoren (Enzyme), der Prozessoptimierung mittels gerichteter Evolution oder aber auch bei der Identifizierung neuer Enzyme durch die Metagenomanalyse. Die so gewonnen Produkte sind häufig gegenüber den etablierten Produkten nicht nur ebenbürtig, sondern sogar durch erhöhte Funktionalitäten überlegen.

Um die dynamische Entwicklung der industriellen Biotechnologie weiter zu fördern, arbeitet BIO.NRW mit seinem Partnercluster CLIB2021 – Cluster industrielle Biotechnologie e.V. zusammen. CLIB2021 ist ein internationaler, offener Innovationscluster mit über 100 Mitgliedern aus Großunternehmen, KMU, akademischen Instituten und Universitäten sowie weiteren Akteuren der Biotechnologie und Bioökonomie. Das Ziel ist es Stakeholder, entlang und über Wertschöpfungsketten hinweg, zu vernetzen und neue Chancen für Innovation, Projekte und Unternehmen zu identifizieren. In einem iterativen Prozess werden vom CLIB2021 Team gemeinsam mit den Mitgliedern relevante Projektgebiete identifiziert, sodass der Cluster branchenübergreifende biotechnologische Lösungen für nachhaltige Prozesse und Produkte entwickelt. Einen Überblick über aktuell laufende Projekte können Sie hier finden.

Gefördert durch: Ministerium für Kultur und Wissenschaft

Projektzeitraum & Projektvolumen: Mai 2014 – Februar 2017, 674.000 Euro; März 2017 – Februar 2020, 562.000 Euro (Phase 2)

Projektpartner: Projektkoordinator CLIB2021, Kernpartner Deutsche Gesellschaft für Abfallwirtschaft (DGAW) und EnergieAgentur.NRW

Link: www.stoffstroeme.de

Das RIN Stoffströme befasst sich mit wissenschaftlichen Fragestellungen der Bioökonomie und Kreislaufwirtschaft in einem regionalen Kontext. Ziel ist es, bisher nicht oder kaum genutzte Seiten- und Reststoffströme unterschiedlicher Herkunft einer stofflichen Verwertung in der Region zuzuführen. Hierdurch sollen technische und biologische Kohlenstoffkreisläufe geschlossen werden, um so die Ressourceneffizienz in der landwirtschaftlichen und industriellen Produktion zu erhöhen und damit Beiträge zur Rohstoffeinsparung und zum Klimaschutz zu entwickeln.

Gefördert durch: INTERREG North-West Europe

Projektzeitraum & Projektvolumen: 2016 – 2019, 5.8 Mio. EUR

Projektpartner: AC3A (Frankreich), Bio Base Europe Pilot Plant (Belgien), CLIB2021 (Deutschland), Flanders Bio-Economy Valley (Belgien), Materia Nova, (Belgien), NNFCC (UK), REWIN (Niederlande), TCBB Resource (Irland), York University (UK)

Link: www.nweurope.eu/BioBase4SME

Das BioBase4SME-Projekt unterstützt Start-ups und KMU technologische und nichttechnologische Barrieren zu überwinden, um ihre Innovationen auf den Markt zu bringen. Die acht Partnerorganisationen aus sechs

verschiedene Länder im BioBase4SME Netzwerk bieten Trainings, Innovations-Biocamps, Workshops und Innovationsgutscheine im Wert von bis zu 100.000 EUR an.

Projektzeitraum: unbegrenzt

Projektpartner: BE-Basic, Biobased Delta, BIO.NRW, Catalisti, CEF.NRW, Chemelot Brightlands, CleanTechNRW, CLIB2021, FlandersBio & Flanders Biobased Valley

Link: https://www.bigc-initiative.eu/

BIG-Cluster is a cross-border ‘Smart Specialisation Initiative’ aiming at transforming Europe’s industrial mega cluster in the Flanders region of Belgium, The Netherlands and the German state of North Rhine-Westphalia into the global leader of bio-based innovation growth. The overarching goal is a comprehensive feedstock change with a focus on regionally available and sustainable raw materials, climate protection and the safeguarding of jobs in the mega region. To establish the transition of our current fossil-based economy towards a more sustainable biobased economy, BIG-Cluster is, among others, focussing on the following Feedstock-To-Product Flagships: “Aromatics from woody biomass”, “C1 gases to chemicals”, “Aviation fuels from various feedstocks” and “Circular economy education”

Gefördert durch: EU H2020

Projektzeitraum & Projektvolumen: 2015-2019, 6 M EUR

Projektpartner: Over 20 international partners, coordinated by University of Bangor, Wales, UK. 4 partners from NRW: evoxx GmbH, Bayer AG, University of Düsseldorf, CLIB2021

Link: https://www.inmare-h2020.eu/

Innovative screening and expression platforms to discover and use the functional protein diversity from the sea. The consortium of over 20 international partners aims to reduce the time for developing an industrial process based on enzymatic transformation from the current 5 to 7 years down to 3 years by tapping into the potential of biocatalysts from extreme marine environments that are functional in harsh, industrially relevant conditions such as high temperature and high or low pH or pressure.

Gefördert durch: BBI JU, EU H2020

Projektzeitraum & Projektvolumen: 05/2017 – 10/2019, 1.2 M EUR

Projektpartner: Ciaotech (Coordinator), CLIB2021, Innovation Engineering, Europe Unlimited, National TU Athens, Biobased Delta, Turku Science Park, Bioeconomy Cluster, West Pomeranian Chemical Cluster Green Chemistry

Link: https://www.biopen-project.eu

BiOPEN, a consortium highly specialized in the bio-based industry, is composed of five European bio-based clusters, three open-innovation expert companies, and one research centre and aims to embark on an ambitious programme to support collaboration and knowledge sharing in the bio-based industry, stimulating the set-up of co-innovation partnerships for the development of new products and markets in the sector. These partnerships will develop and deploy a web-based open-innovation platform to serve the bio-based industries.

Gefördert durch: MKW (NRW)

Projektzeitraum & Projektvolumen: 2016-2017, 200.000 EUR

Projektpartner: CLIB2021

Link: https://www.clib2021.de/hiperin

The identification, production, and approval of high-performance ingredients place high demands on research efforts and development times compared with drop-in approaches, which also means an increase in financial risk. Many of the necessary development and production aspects, research approaches, biocatalysts, and manufacturing processes are also new. An elaborate collaboration between these different technology fields is key to delivering target-oriented results in a timely manner and to managing risk factors. To support this, CLIB aims to develop a roadmap toward a competence centre for biotechnological concepts for high-performance ingredients. Furthermore, CLIB organises special forum events and subsequent roundtable discussions to support the initiation of R&D consortia in this field. Topics are selected with member input.

BIO.NRW.red

Der Großteil der deutschen Biotechnologie-Unternehmen gehört weiterhin zum Bereich der roten Biotechnologie. Auch in 2016 haben sich ca. die Hälfte der Biotechnologie-Unternehmen in Deutschland mit der Entwicklung neuer Medikamente oder innovativer diagnostischer Verfahren beschäftigt. Eine vergleichbare Bedeutung und ein entsprechender Anteil kommen dem Sektor der roten Biotechnologie auch in NRW zu.
Betrachtet man den Umsatz des gesamten Pharmamarktes in Deutschland über die letzten Jahre, so hat sich der Umsatz-Anteil der Biopharmazeutika in den letzten Jahren stetig positiv entwickelt. In 2016 betrug er in Deutschland 24,8%, ein Plus um 12,4 % relativ zu 2015. EUR 9,3 Mrd. wurden allein durch den Umsatz mit Biopharmazeutika erzielt. Und der Markt wächst sicherlich weiter, denn in 2016 waren 14 der 38 neu zugelassenen Arzneimittel in Deutschland / EU Biopharmazeutika. Mit 37% der höchste prozentuale Anteil seit der ersten Zulassung eines Biopharmazeutikums und die Pipeline der biopharmazeutischen Präparate ist weiter gut gefüllt. Binnen Jahresfrist ist die Zahl der biopharmazeutischen Entwicklungs-produkte in der Klinik von 627 auf 636 noch leicht gestiegen.
Auf Grund dieses enormen Entwicklungs- und Marktpotentials wurde innerhalb von BIO.NRW die strategische Initiative BIO.NRW.red gegründet. BIO.NRW.red bildet in NRW ein stabiles und dauerhaftes Netzwerk, mit deutlichem Wachstumspotential, aus Experten verschiedenster Querschnittsbereiche:

Im Fokus steht das schnelle und zuverlässige Aufspüren von Krankheiten, von genetischen Defekten und auch von besonderen Anfälligkeiten für bestimmte, medizinische Probleme. Darüber hinaus bietet der Einsatz der sogenannten „Companion Diagnostics“ Unterstützung für eine validierte Behandlungsentscheidung mit neuartigen, sehr spezifischen Pharmazeutika.

Biotechnologische Medikamente (Biopharmazeutika) kommen vor allem in den Bereichen zur Anwendung, wo klassische Substanzen und Verfahren keinen oder kaum Erfolg haben, wie z. B. bei immunologisch bedingten Erkrankungen, oder auch bei Tumorerkrankungen.

Gewinnung und Vermehrung von verschiedensten körpereigenen Geweben (z. B. Haut, Knorpel, Knochen) zur Transplantation, um zerstörte Gewebe und Organe zu ersetzen.

Erkrankungen, verursacht durch Fehler in der Erbinformation eines Menschen, werden behandelt, indem die fehlerhafte durch die korrekte Information ersetzt wird. Dies passiert durch Übertragung der alleinigen, korrekten Erbinformation, oder durch intakte Zellen mit der richtigen Information.

Gentherapeutische Ansätze gewinnen außerdem immer mehr an Bedeutung bei der Entwicklung von neuartigen, komplexen Therapeutika bzw. Biopharmazeutika

Struktur des Clusters BIO.NRW

Das Landescluster Biotechnologie Nordrhein-Westfalen, BIO.NRW besteht aus drei zentralen Säulen:

  • Die Geschäftsstelle BIO.NRW wird vom Forschungszentrum Jülich (FZJ) im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes NRW (MWIDE) unterhalten und unterstützt den Landesclustermanager. Das Cluster ist keine Mitglieder-Vereinigung.
  • Die BIO Clustermanagement NRW GmbH ist durch ihre Rechtsform in der Lage, verschiedene Dienstleistungen, die im übergeordneten Interessens- und Aufgabengebiet des Clusters liegen, umzusetzen. Sie ist somit der wirtschaftlich aktive Teil des Clusters und trägt zur Finanzierung ausgewählter Aktivitäten und Veranstaltungen des Clusters BIO.NRW bei.
  • Der Förderverein Biotechnologie NRW e.V. als gemeinnütziger Verein unterstützt ausgewählte Aspekte der Biotechnologie in NRW und widmet sich hierbei insbesondere der Nachwuchsförderung. Über Projekte adressiert der Verein den Mangel an Absolventen der MINT Fächer mit Bezug zu den Lebenswissenschaften.