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BMBF Zukunftscluster CCAA mit BIO.NRW Beteiligung: Das sind die Finalisten im Wettbewerb um die Innovationsnetzwerke der Zukunft

Clusters4Future: Jury empfiehlt 16 Bewerbungen zur Förderung

Der Forschungs- und Wirtschaftsstandort Deutschland lebt von seiner Innovationskraft. Sie zeigt sich besonders in regionalen Netzwerken, sogenannten Clustern. Im Ideenwettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) „Clusters4Future“ für eine neue Generation dieser Innovationsnetzwerke wurden 137 Vorschläge für die Förderung einer Konzeptionsphase eingereicht. Eine Expertenjury hat daraus die besten 16 zur Förderung empfohlen. Dazu erklärt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek:

„Deutschland ist Innovationsland. Auf unserer Innovationskraft fußen die wirtschaftliche Stärke und der Wohlstand unseres Landes. Und die Innovationskraft müssen wir stärken, um im internationalen Wettbewerb weiterhin bestehen zu können. Dafür brauchen wir starke Regionen in ganz Deutschland. Sie sind die Wachstumsbasis. Sie sind der Schlüssel dafür, dass der wissenschaftliche Fortschritt in der Lebenswelt der Menschen spürbar wird.

Besonders stark sind Regionen mit Innovationsnetzwerken, die unterschiedliche Stärken verschiedener Akteure miteinander verbinden. Daher wollen wir mehr solcher Cluster im Innovationsland Deutschland und haben deshalb einen Wettbewerb um die besten Ideen gestartet. Die Resonanz hat unsere Erwartungen übertroffen: 137 Ideen aus dem ganzen Land haben uns erreicht. Davon hat uns eine hochrangige Expertenjury 16 herausragende Wettbewerbsbeiträge für die nächste Runde empfohlen. Sie kommen aus zehn Bundesländern, aus Ost und West. Das zeigt: Wir sind innovationsstark in der Breite. Die Themen der jetzt ausgewählten Innovationsnetzwerke sind vielfältig und umfassen wichtige Zukunftsthemen wie Wasserstoff, Quantentechnologie, Krebsforschung und nachhaltige Mobilitätskonzepte.

Das Rennen um die Zukunftscluster geht nun in die heiße Phase: Hier sollen die Innovationsnetzwerke der Zukunft entstehen. Sie haben das größte Potenzial, gerade erst aufkeimende Innovationsfelder zu erschließen. Es geht darum, schnell passende Lösungen für die drängendsten Herausforderungen unserer Zeit zu entwickeln. Das stärkt den Innovationsstandort Deutschland und macht ihn zukunftssicher. Ich bin gespannt, welche Ideen in der Konzeptionsphase überzeugen werden. Bis zu sieben Zukunftscluster wollen wir auswählen und mit jeweils bis zu fünf Millionen Euro jährlich fördern.“

Innovative Erkenntnisse aus der Forschung schneller in die konkrete Anwendung bringen zählt zu den zentralen Zielen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Besonders gut gelingt dies, wenn sich Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen, gesellschaftliche und weitere relevante Akteure zu schlagkräftigen Innovationsnetzwerken zusammenschließen und optimal zusammenwirken. Davon profitieren die Menschen im Alltag, die einzelnen Regionen in ihrem Fortschritt und ganz Deutschland im Wettbewerb der weltweit führenden Innovationsstandorte.

Mit „Clusters4Future“ hat das BMBF einen Wettbewerb um die besten Ideen für die Innovationsnetzwerke von morgen gestartet. Die folgenden 16 Ideenskizzen hat die eigenes berufene Expertenjury zur Förderung für eine Konzeptionsphase empfohlen (in alphabetischer Reihenfolge):

  • 6G-Zukunftscluster – Forschungs-, Innovations-, und Kooperationsplattform für die sechste Generation der drahtlosen Informationstechnik (6G) in der Region um Dresden (Koordination: Technische Universität Dresden)
  • AMBER – Additive Manufacturing Cluster Berlin-Brandenburg (Koordination: Technische Universität Berlin)
  • CAPT – Clean Autonomous Public Transport (Koordination: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel)
  • CCAA – Cologne Cluster for Healthy & Active Ageing (Koordination: Universität zu Köln)
  • MCube – Münchner Cluster für die Zukunft der Mobilität in Metropolregionen (Koordination: Technische Universität München)
  • NeuroSys – Neuromorphe Hardware für autonome Systeme (Koordination: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen)
  • OTC_Rostock – Ocean Technology Campus Rostock (Koordination: Universität Rostock)
  • PERCELLUM – Personalized Cellular Therapies Munich (Koordination: Klinikum der LMU München)
  • PROXIDRUGS – Innovative Therapien für humane Erkrankungen (Koordination: Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main)
  • QSens – Quantensensorik (Koordination: Universität Stuttgart)
  • SaxoCell – Präzisionstherapie-Cluster für „Lebende Arzneimittel“ (Koordination: Technische Universität Dresden)
  • smart4life – Smart Materials and Electronics for Life (Koordination: Technische Universität Dresden)
  • Tech2Med – Disruptive Röntgentechnologie für neue Medikamente (Koordination: Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY, Hamburg)
  • Tools4Life – Werkzeuge und Methoden für die (bio)pharmazeutische Industrie, Diagnostik und Forschungsbranche (Koordination: Laser-Laboratorium Göttingen e.V.)
  • Wasserstoff – Innovationsökosystem rund um Wasserstofferzeugung, -speicherung und -nutzung (Koordination: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen)
  • WISDOM4E – Wissensbasiertes Design komplexer Materialien und Systeme für nachhaltige elektrochemische Energiespeicherung und -wandlung (Koordination: Universität Duisburg-Essen)

Die Erfahrung aus der langjährigen Clusterpolitik der Bundesregierung zeigt: Regionale Innovationsnetzwerke stärken auf vielfältige Weise Deutschlands Position in der Spitzengruppe der weltweiten Innovationsstandorte und verbessern die Lebensqualität der Menschen nachhaltig. Entscheidend ist, dass Innovationsprozesse frühzeitig in Gang gesetzt werden und der Transfer exzellenter Forschungsergebnisse besser gelingt. Die Zukunftscluster als neue Generation der regionalen Innovationsnetzwerke sollen die Kompetenzen und das Wissen in einer Region mit Kreativität und neuen Formen der Zusammenarbeit noch besser bündeln, zum Beispiel durch mehr Innovationsfreiräume und Beteiligungsformate, mutige Geschäftsmodelle oder kreativwirtschaftliche Pionierlösungen.

Die Zukunftscluster-Initiative ist ganz bewusst als technologieoffener Wettbewerb angelegt. Als zentrales Element der Hightech-Strategie 2025 der Bundesregierung leisten die regionalen Innovationsnetzwerke einen besonderen Beitrag zum Wissens- und Technologietransfer. Durchgesetzt haben sich Konzepte aus ganz verschiedenen Forschungs- und Innovationsfeldern. Sie alle zeichnen sich durch Pioniergeist und Umsetzungsstärke aus. Dabei zielen einige auf neuartige Ansätze in der personalisierten Medizin, wie beispielsweise die Zukunftsclusteranwärter PROXIDRUGS aus Frankfurt a. M. mit Partnern aus Darmstadt oder SaxoCell aus Dresden und Partnern aus Leipzig. CCAA aus Köln wiederum zeigt einen neuartigen Ansatz zur Verbesserung von altersbedingten Bedarfen in sozial-medizinischer Hinsicht. Andere beschäftigen sich mit sozial verträglichen Mobilitätskonzepten der Zukunft, wie MCube aus München, oder forschen an Wasserstofferzeugung, -speicherung und -gewinnung, wie der Zukunftscluster-Finalist „Wasserstoff“ aus Aachen und seine Partner aus Jülich. Neben Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz oder Ansätzen zur Quantensensorik sind auch zukunftsweisende biologische Themen vertreten. So arbeitet zum Beispiel der OTC_Rostock im Verbund an innovativen Lösungen, die eine nachhaltige, wirtschaftliche und ökologische Nutzung der Meere ermöglichen.

Die Bundesregierung plant, in den kommenden zehn Jahren bis zu 450 Millionen Euro für die Zukunftscluster-Initiative bereitzustellen. Pro gefördertem Cluster und Jahr sind ab 2021 Fördermittel in Höhe von bis zu fünf Millionen Euro vorgesehen. Der Auswahl der bis zu sieben Zukunftscluster geht die Förderung einer sechsmonatigen Konzeptionsphase voraus, die mit bis zu 250.000 Euro gefördert wird. In der Konzeptionsphase erarbeiten die Beteiligten in ihren spezifischen Innovations- und Anwendungsfeldern „Clusterstrategien“ sowie die zu ihrer Verwirklichung erforderlichen Projekte der ersten Umsetzungsphase des Clusters. Die in der Konzeptionsphase erarbeiteten Strategien werden von der Expertenjury ausgewertet. Auf Grundlage des Votums der Jury werden dann die bis zu sieben Zukunftscluster zu Jahresbeginn 2021 ausgewählt. Weitere Wettbewerbsrunden sollen folgen.

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